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Reifentechnologie

Konstruktive Besonderheiten vieler üblicher Forstreifen 

Forstreifen sind auf die speziellen Anforderungen der Arbeit im Wald ausgelegt. Dazu zählen Unebenheiten, Steine oder Stubben, zum Teil erhebliche Steigungen sowie wechselnde Bodenzustände mit teilweise hoher Bodenfeuchte. Auch spitze Gegenstände wie Äste und Dornen sowie Quetschungen beanspruchen die Reifen, die im Fall der Forwarder die Lasten beim Holztransport übernehmen und im Fall der Skidder entsprechende Zugkräfte übertragen müssen.

Hier werden bislang vielfach Diagonalreifen mit einer hohen Zahl von Lagen (Ply Rating = Lagenzahl) genutzt, die sich aufgrund ihrer hohen Standfestigkeit gut für die Arbeit im Frost eignen. Dabei halten mehrere gekreuzte Lagen von diagonal zur Laufrichtung angeordneten Kunststofffäden die sogenannte Karkasse zusammen. Anzahl und Festigkeit dieser Lagen bestimmen, wie fest, d. h. widerstandsfähig, ein Reifen ist; die hohe Anzahl von Lagen macht Laufflächen dieser Forstreifen entsprechend unempfindlich gegen Einschnitte.

 

Lauffläche und Flanke bilden hier i.d.R. eine feste Einheit. Da auch die Reifenflanke eine entsprechend hohe Festigkeit aufweist, hält der Reifen den hohen Belastungen im Forst stand. Andererseits werden die Einfederungen der Reifen auf die Lauffläche übertragen, wodurch sich die Reifen dem Boden nicht immer optimal anpassen. Überdies steigert die Erhöhung der Lagen (PR-Zahl) zwar die Tragfähigkeit der Reifen, dies erfordert aber oft auch einen höheren Reifenfülldruck als bei Reifen mit weniger Lagen.

 

Dieser Fülldruck beträgt je nach Reifen bis zu fünf bar und wirkt sich bei Fahrten über den Waldboden unter Last bis in größere Bodentiefen verdichtend aus. Dabei gilt die Faustregel: Je höher die Last und der Reifenfülldruck, desto stärker und tiefer reicht die Gefahr einer Verdichtung und Schädigung des Waldbodens.

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Sanftfuß im Wald:
der Forestar 344 ELIT

Der Mitte 2018 erstmals vorgestellte Alliance Forestar 344 ELIT ist der weltweit erste – und bislang einzige – Niederdruck-Forstreifen. Die ELIT-Technologie bedeutet einen Quantensprung für Forstreifen, der mit der Einführung der bodenschonenden IF/VF-Technologie für Landwirtschaftsreifen vergleichbar ist. 

 

Was ist ein Niederdruckreifen?

Aufgrund konstruktionsbedingter Verbesserungen, ELIT steht für Engineered Low Inflation Tire, ist der Forestar 344 ELIT in der Lage, trotz einer hohen Zahl von strukturverstärkenden Materiallagen (Ply Rating 20) bei einem Reifenfülldruck von nur 2,5 bar das gleiche Gewicht zu tragen wie ein Standard-Forstreifen, der einen Reifenfülldruck von 4,5 bis 5 bar benötigt. Einige Forstbetriebe setzen den Alliance 344 ELIT im Wald mit großem Erfolg sogar mit einem noch unter 2,5 bar abgesenkten Reifenfülldruck ein.

 

Welche Vorteile bringt dieser?

Als Niederdruckreifen bietet der Forestar 344 ELIT eine um 26 Prozent größere Aufstandsfläche, die sich im Wesentlichen in Längsrichtung und nicht in der Reifenbreite auswirkt. Die Last von Maschine und Ladung verteilt sich hier auf eine größere Fläche; dies senkt den Bodendruck und reduziert so die schädliche Bodenverdichtung. Gleichzeitig bedeutet eine größere Aufstandsfläche auch eine entsprechend bessere Traktion. Positive Nebeneffekte des bei niedrigem Druck hochverformbaren Reifens sind der höhere Fahrkomfort, der wirksame Grip auf jedem Untergrund, geringere Kraftstoffkosten, die ausgezeichneten Selbstreinigungseigenschaften und die gesteigerte Gesamtproduktivität. 

 

Da Forstmaschinen im Vergleich zu Traktoren in der Landwirtschaft fast ausschließlich im Forst gefahren werden, ist eine Anpassung des Reifenfülldrucks an die Straßenfahrt nie oder nur selten erforderlich. Aber auch auf harten Untergründen – wie etwa Straßen oder befestigten Waldwegen – spielt der Forestar 344 ELIT seine positiven Eigenschaften aus: Die geringen Abstände zwischen den Stollen in der Laufflächenmitte reduzieren den Rollwiderstand spürbar.

Standard-Reifen

Standard-Reifen

Niederdruck-Reifen 
Forester 344 Elit

Wie ist der Aufbau?

Spezielle Komponenten für die Lauffläche und Verstärkungen aus Stahl sorgen für eine hohe Seitenwandstabilität und die spezielle Forst-Gummimischung bietet einen sehr guten Schutz gegen Beschädigungen des Reifens. Eine ausgefeilte und sehr steife Karkassenstruktur hält den Reifen auch dann in Form, wenn er mit deutlich vermindertem Reifenfülldruck betrieben wird. Das alles stellt bei dem Forestar 344 ELIT selbst unter den erschwerten Bedingungen im Forst und bei dem Betrieb mit reduziertem Reifenfülldruck eine außergewöhnliche Leistung, Stabilität und Lebensdauer sicher.

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